Wann habe ich Anspruch auf eine Abfindung in Deutschland?

In Bezug auf den Arbeitsmarkt befinden wir uns noch immer in unsteten Zeiten.

Auch wenn Politiker immer wieder proklamieren, dass Besserung in Sicht ist und die Lage sich zukünftig entspannen wird, bangen viele Menschen beinahe täglich um ihren Job.

Entlassungen und Stellenabbau sind in unterschiedlichsten Bereichen mittlerweile beinahe an der Tagesordnung. Betriebsbedingte Kündigungen ziehen sich durch alle Branchen und Beschäftigungsklassen hinweg und können nur in den seltensten Fällen noch im letzten Augenblick abgewendet werden.

Einige Angestellte, die sich mit einer derart düsteren Zukunftsprognose auseinandersetzen, haben zumeist noch die Hoffnung auf eine Abfindung, die das Unternehmen im Falle einer Kündigung zu zahlen hat.

Während so mancher Angestellter also insgeheim den Traum hegt, sich dank einer Abfindung in vier- bis fünfstelliger Höhe doch noch in rosige Zeiten begeben zu können, entpuppt sich eben diese Abfindung bei genauem Hinsehen in den meisten Fällen als eine Art Luftschloss, das mit der Realität oft nur wenig gemein hat.

Um zukünftige Missverständnisse zu vermeiden und eventuelle, finanziell hochgradig belastende Rechtsstreite zu umgehen, wurden die nachfolgenden Ausführungen zusammengetragen, die über den Mythos Abfindung aufklären sollen.

Gesetzlicher Anspruch auf eine Abfindung

Entgegen der landläufigen Vorstellung besteht ein gesetzlicher Anspruch auf Abfindung im Falle einer betriebsbedingten Kündigung nicht.

Dem Arbeitnehmer steht in diesem Punkt folglich keine rechtliche Grundlage zur Verfügung, aufgrund derer er seinen Anspruch auf eine Abfindung geltend machen kann.

Nichtsdestotrotz existieren in einigen Fällen selbstverständlich Möglichkeiten, um zumindest einen finanziellen Ausgleichsbetrag zu erwirken.

Hierfür ist es jedoch unbedingt notwendig einen Rechtsbeistand zu aktivieren, der nicht nur durch das Verfahren geleitet, sondern aufgrund seiner Erfahrung auch zwischen realistischen Vorstellungen und realitätsfernen Wunschbildern der ehemaligen Angestellten zu unterscheiden weiß.

Sollte es tatsächlich zu einer rechtlichen Auseinandersetzung kommen, in dessen Mittelpunkt sich das Thema Abfindung befindet, sollten die Beteiligten sich auf einen langwierigen Prozess einstellen, der in vielen Fällen mehr Kosten verursacht als Nutzen bringt.

Häufig enden diese Auseinandersetzungen mit einem Vergleich, wobei es auch für diesen keine Garantie gibt. Im schlimmsten Fall entgeht dem ehemaligen Angestellten letztendlich nicht nur eine Abfindungszahlung, sondern er hat zusätzlich auch noch mit den Kosten der Auseinandersetzung zu kämpfen. Die Beratung durch einen Fachmann sollte dementsprechend der erste Schritt sein.

Berechnungsgrundlagen der Abfindung

Ebenso wie es einer gesetzlichen Grundlage für einen Anspruch auf eine Abfindung  entbehrt, fehlen auch allgemein festgelegte Regelungen, anhand derer sich eine Abfindung berechnen lassen kann. Trotzdem lassen sich zwei Parameter isolieren, die bei den Berechnungen in jedem Fall eine relevante Rolle spielen: Das Gehalt und die Dauer der Betriebszugehörigkeit.

Generell gilt der Grundsatz, dass ein Arbeitnehmer eine umso höhere Abfindung erhält, je länger er dem Betrieb zugehörige war. Ein Arbeitnehmer, der darüber hinaus ein höheres Monatsgehalt einstreichen konnte, wird eine weiterhin höhere Abfindung erhalten als jemand, mit einem niedrigeren Monatslohn. In diese Berechnung fließen grundsätzlich auch Provisionen und Dinge wie etwa ein Firmenwagen ein.

Berechnungen zeugen übrigens davon, dass häufig ein halbes Brutto-Monatsgehalt pro Jahr der Betriebszugehörigkeit veranschlagt wird. Auch hierzu sollte in jedem Fall jedoch ein rechtlicher Beistand befragt werden.